Evidenz-Update mit DEGAM-Präsident Martin Scherer

Virologe und Allgemeinmediziner: "Wir brauchen Vertrauen und Verständnis!"

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Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigen, die Gesundheitsämter stöhnen, in den Arztpraxen herrscht wieder mehr Andrang und selbst in den Krankenhäusern werden wieder mehr Patienten mit COVID-19 versorgt. Während die Politik über Beherbergungsverbote und die neue Teststrategie diskutiert, fragen sich die meisten: Wir kommen wir durch den Corona-Winter?

Nur interdisziplinär und im Diskurs! Darin sind sich der Hamburger Virologe Professor Jonas Schmidt-Chanasit und Professor Martin Scherer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM), einig. In dieser Episode vom "EvidenzUpdate"-Podcast diskutieren beide fachübergreifend die Herausforderungen der nächsten Monate.

Sie denken über einen "guten Mittelweg aus maximaler Infektionsprävention und möglichst geringer Einschränkung der persönlichen Freiheitsgrade" nach. Und sie beschäftigen sich mit zwei rezenten Studien: einer Modellierung zur Auswirkung von Lockdown-Maßnahmen und einer klinischen Studie zu Point-of-Care-PCR-Tests. Auch die neuen Antigen-Schnelltests nehmen sie kritisch unter die Lupe.

Quellen:


Kommentare

Thomas Maibaum
by Thomas Maibaum on
Obwohl ich es auch bei der Überflut der (Medizin) News über Corona sehr interessant fand, mal über ein andere Themen als COVID-19 zu hören, war diese gemeinsame Episone mit Prof. Schmidt-Chanasit sicherlich ein Highlight. 3 Experten aus unterschiedlichsten Perpektiven (Medizinjournalist, Allgemeinmediziner und Virologe): WOW! Vielen Dank. Trotzdem eine Anmerkung und eine Frage: Es fällt mir immer noch sehr schwer zu verstehen, warum meine Sozialisierung als Hausarzt mit partizipativer Entscheidungsfindung und individueller Patientenzentrierung plötzlich überhaupt keine Rolle mehr bei COVID-19 spielen soll? Warum nur noch Parternalismus? Wo bleibt die Autonomie der Patienten (und hier insbesondere der vulnerablen alten Menschen)? Auch in diesem Podcast wird darüber geredet, wie wir sie schützen können, aber sie werden nicht gefragt ob diese Art des Schutzes, das ist was sie wollen. Cicely Saunders sagte bekanntlich einst: "Man solle nicht unbedingt dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben." Zugegeben ist dies auf Palliativsituationen bezogen, aber (mit Verlaub) so lange ist die durchschnittliche "Verweildauer" auch nicht im Pflegeheim. Und durch die mediale Aufmerksamkeit trauen sich auch die selbständig Lebenden vulnerablen Menschen kaum mehr ohne Reue auf die Straße. Ich würde mir wünschen, wenn dies noch mehr in den Fokus geraten oder zumindest diskutiert werden würde. Gegen Ende sagte Herr Schmidt-Chanasit, dass das diagnostische Fenster des Antigen Tests nur wenige Stunden betrage und damit viel kürzer sei, als bei den PCR Tests. Deswegen sei dieser Tests auch kaum für Arztpraxen sinnvoll, sondern eher für Besuche in Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Aber ist die PCR nicht auch nur eine Momentaufnahme und es ist egnausowenig klar, inwieweit man morgen (Prä-, oligo- oder asymptatischer) Träger und "Spreater" seien könnte? Oder verstehe ich hier etwas nicht? Bitte, bitte weiter machen!
Hans Müller
by Hans Müller on
vielen dank !!

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