Evidenz-Update mit DEGAM-Präsident Martin Scherer

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00:00:00: Music.

00:00:09: Große Chance auf jeden Fall.

00:00:12: In diesem Jahr war alles anders naja manches jedenfalls jeden Fall aber war es eine Krenz Erfahrung dieses Jahr für unsere ganze Gesellschaft.

00:00:21: Pandemie mag vieles beeinflusst haben vielleicht sogar einiges verändert noch was wird davon bleiben was lernen wir über uns selbst über unseren Umgang miteinander.

00:00:30: Sag mal wollen wir heute reden und damit herzlich willkommen zu einer neuen Episode unseres.

00:00:35: Carson diesen Silvestertag es ist der 31 Dezember wir das sind Martin Scherer.

00:00:42: Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin der DEGAM und Direktor des Instituts und Poliklinik für Allgemeinmedizin am UKE in Hamburg.

00:00:50: Nichtbindendes höchster stellvertretender Chefredakteur Nachrichtenchef Tierärztin Zeitung aus dem Hause Springer Medizin moin Ashera wie geht's dir.

00:00:57: Danke mir geht's gut Ihnen hoffentlich auch ja den Umständen dieses Jahres entsprechend genau das ist ja das Thema für die heutige ja

00:01:06: Silvester Episode wenn wir so wollen dass wir noch mal dieses Jahres ein bissl Revue passieren lassen und ein bisschen zurückschauen wenn ich sie Frage unter welchen Rubrum unter welcher dachzeile sie

00:01:20: das Jahr 2020 mit der Pandemie einordnen müssten was würden Sie wählen.

00:01:27: Rhetorisches ja Anja dass wir alle nicht vergessen werden und in gewisser Weise vielleicht auch ein ausgefallenes ja.

00:01:35: Ausgefallen in der Gestalt dass viele Dinge nicht stattfinden konnten Weihnachten z.b. in der doppelten Bedeutung des Wortes.

00:01:43: Ausgefallen dass wir Dinge beobachtet haben die wir uns in den kühnsten Träumen oder auch Albträumen wahrscheinlich nicht ausgemalt hätten ausgefallen weil vieles nicht stattfand Kongresse.

00:01:56: Konzerte Theaterbesuche Reisen ein ausgefallenes Jahr

00:02:00: ein ausgefallenes ja auch ein Jahr gewissermaßen Herr Scherer man könnte sagen der Krenz Erfahrung Grand Erfahrung für uns alle auch so ein bisschen hier und da gemischt mit ganz existenzielle Ängste oder.

00:02:14: Es wurde plötzlich die Frage Leben Tod existenzielle Fragen Gesundheit.

00:02:21: Gesundheitsprävention Infektionsschutz.

00:02:24: Solche Fragen die eigentlich sonst nur Mediziner Kreisen oder auch Gesundheitssystem Bereichen zuzuordnen sind diese Fragen waren plötzlich nationale fragen.

00:02:35: Die standen im Mittelpunkt und das ganze Land hat auf ein Thema geblickt.

00:02:40: Ja und dann steht sie da sich die Frage die Tage dieses Jahres Revue passieren zu lassen mich auch vor der Überlegung wie sind wir denn als Gesellschaft damit umgegangen es war eine Krise die hier über uns kam spätestens ab März war dann klar.

00:02:55: Es betrifft eigentlich die ganze Welt das betrifft auch uns wenn Sie das so Revue passieren lassen wie bewerten sie den Umgang von Gesellschaft Politik mit diesen mehr.

00:03:04: Durchwachsen ich denke wir haben vieles gut gemacht die Impfstoff Entwicklung war eine Höchstleistung dass das in so einer kurzen Zeit auf diesem hohen Niveau stattfinden könnte das hat kaum einer für möglich gehalten das ist ein riesen Erfolg

00:03:18: das Medizinsystem sowohl ambulant als auch stationär hat seine Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt die Bürgerinnen und Bürger haben ihre Leidensfähigkeit unter Beweis gestellt und die Politik hat ihre Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt also da gibt es vieles was

00:03:34: und Mut macht für die Zukunft noch wo man auch sagen kann das hat sehr gut funktioniert es gibt auch vieles das können wir besser machen wie z.b. das wird die alten und Pflegeheime

00:03:45: vielleicht etwas nachhaltiger

00:03:47: Schützen dass wir in der Diskussionskultur an uns arbeiten dass die Härte rausgenommen wird aus dem miteinander da können wir noch ein paar Sachen machen im Großen und Ganzen.

00:03:59: Sind wir bislang gut durchgekommen und können daraus glaube ich auch zehren

00:04:05: und Mut fassen für das neue Jahr die Impfstoff Entwicklung haben sie angesprochen gestern wurde in Großbritannien gleich dann noch mal Impfstoff zugelassen die Vektor Vakzine von AstraZeneca an der uni Oxford und jetzt haben wir erlebt wie wir dich

00:04:19: bin in kürzester Zeit bin in Monaten ich glaube zu der Bayern Tech vaccines überliefert das Gründer Ehepaar soll im Frühjahr am Küchentisch morgens gesessen haben und gesagt haben wir machen den Impfstoff

00:04:31: und nach einem dreiviertel Jahr ist er klinisch erprobt und in Ländern zugelassen und Millionen Impfdosen sind auf dem Weg

00:04:38: wenn wenn man das betrachtet ist es doch wahnsinnig ermutigend wie die Menschheit um all diesen großen Begriff zu verwenden zeigen kann dass sie.

00:04:46: Krisenerprobt sein kann dass sie mit Krisen umgehen kann und dann wirke ich schnell eigentlich handeln kann oder.

00:04:52: Das würde ich unterstützen das macht Mut das ist eine gigantische Leistung die da geglückt ist wir müssen jetzt sehen dass wir in der Produktion des Impfstoffs diese Skalierung erreichen.

00:05:04: Und auf Menge gehen aber.

00:05:08: Das ist sicherlich eine Wende in dieser gesamten Corona Krise wenn uns selbiges in der Klimakrise gelinkt würde ich mich noch mehr freuen aber auf jeden Fall Riesenerfolg.

00:05:20: Ja genau Klimakrise das ist es ja dass das wäre das große Thema auch in diesem Jahr gewesen ich erinnere nur an den ausgefallenen Ärztetag in Mainz da hätte das Schwerpunktthema sein sollen.

00:05:30: Das jetzt in Rostock beim kommenden deutschen Ärztetag Thema ist werden wir sehen wenn wir jetzt mal überlegen was wir auch lernen können so lessons-learned aus dieser Krisenerfahrung mit

00:05:40: nehmen wenn wir also sehen Politik.

00:05:43: Zeigt sich handlungsfähig Politik kann wie ein lernendes System agieren hat Herr Spanier in weiten Teilen gemacht hat regelmäßig Verordnungen auch wieder überarbeitet wenn er gemerkt hat das stimmt was nicht wenn wir das mal transferieren.

00:05:57: Ja transnational betrachten was müssten wir mitnehmen aus dieser Erfahrung Herr Scherer mit Blick auf die anderen großen Herausforderung Stichwort Klimawandel sie haben gesagt auch der ist ganz sicher hochgradig existenziell für uns.

00:06:10: Denke die Analogie ausweiten Krisen ist dass man es nur gemeinsam schafft klingt wie eine Plattitüde ist aber wirklich so die Corona Krise ist nur gemeinsam zu bewältigen und genauso spielen sich auf da

00:06:24: Klima Ebene viele Dinge im Bereich der Alltagshandlung ab im Bereich der Mobilität beide sind multimobilität

00:06:33: reduzierende Momente die man da brauchen beiden Krisen und die Mitarbeit aller natürlich

00:06:39: kommt bei der Klimakrise noch ein weiterer Aspekt hinzu die Bedrohung ist nicht so unmittelbar ich sag's mal etwas sarkastisch da brennt hier und da vielleicht man Wald ab da.

00:06:49: Ist eine botanische Kultur trockengelegt da gibt es vielleicht auch mal ein paar Hitzewellen und die eine oder andere

00:06:59: Nachricht in der Tagesschau aber die Bedrohung ist jetzt noch nicht so unmittelbar für den Einzelnen auch medial verarbeitbar wie das im Bereich der Corona Pandemie war insofern.

00:07:12: Ja

00:07:13: Es gibt Parallelen aber wir brauchen die Mitarbeit aller auch bei der Klimakrise und vor allem brauchen wir noch mal einen ganz anderen

00:07:23: Konsens auf internationaler Ebene Stichwort China Stichwort 260 oder wie viel Flughäfen und in den nächsten 15 Jahren.

00:07:33: Dann wird wahrscheinlich auch unsere Unterstützung brauchen mit pic of China in mit Blick auf andere Schwellen und auch sogenannte Entwicklungsländer

00:07:41: dass wir die unterstützen weil die wollen lässt sich auch den Wohlstand haben das können wir den ja nicht absprechen und dann werden wir Sie wahrscheinlich unterstützen müssen dass ihr vielleicht eben nichts war in der Flughäfen brauchen und anderes Wohlstand hinbekommen ja

00:07:53: persönliche Betroffenheit führt zu intrinsischer Motivation in Anführungszeichen wenn der jetzt zurückblicken dann war es.

00:08:01: Besonders eben auch ein politisches Jahr Herr Scherer also es war das Jahr der Wissenschaft es war das ja auch der medizinischen Versorgung

00:08:08: aber es war am Ende eben natürlich klar Krise ist immer die Stunde der Exekutive und die hat ja gehandelt die hat.

00:08:15: Tann und das wirklich im Tagesrhythmus wie wir haben sie das in Erinnerung wie das ablief.

00:08:21: Es war ein politisches Jahr es war auch ein medizinisches Jahr wir haben erlebt dass die Politik Medikalisierung wurde

00:08:30: wir haben erlebt dass die Medizin politisiert wurde wir haben erlebt dass das Ganze Corona Thema politisiert wurde das unterschiedliche Akteure auch mit unterschiedlichen Tonalitäten agiert haben

00:08:45: und.

00:08:46: Das muss ich selbstkritisch sagen ich selber habe auch erlebt dass man hin und wieder von seinem hohen Ross einmal herunter kommen muss gerade wenn man die evidenzbasierte Medizin seit Jahrzehnten propagiert.

00:08:58: Dass man dann auch hin und wieder demütig den Kopf senken muss und sagen muss okay.

00:09:03: Wir wissen was nicht wir müssen da auf Kreide Terror gehen hier müssen wir bestimmte feedbackschleifen auch durchlaufen ist liegt hier einfach auch für das eine oder andere

00:09:13: keine Evidenz vor auch das.

00:09:16: Ist eine Erfahrung die ich zusammen mit vielen medizinischen Kollegen gemacht habe dass man sich gemeinsam in diese

00:09:25: Erkenntnisgewinnung Schleifen hinein begibt und eigentlich von Tag zu Tag neu lernt auch.

00:09:32: Manchmal sogar aus dem Fernsehen lernt es gab Tagesschau Sendungen aus dir nicht gelernt hatte das gabs früher so eigentlich selten da.

00:09:40: Also die Pandemie Bewältigung die Maßnahmen wir haben ja oft von Andy Eis von non pharmaceutical interventions gesprochen die haben der evidenzbasierten Medizin der EBM so ein bissel die Grenzen aufgezeigt.

00:09:53: Bitte da mussten sie wenn ich sie richtig verstehe auch dazu lernen dass es Zeiten und Momente gibt wo man er mit Heuristik voranschreiten muss.

00:10:02: Ja und nein also klar die Grenzen aufgezeigt und die demütige Selbsterkenntnis von eben will ich auch gar nicht zurücknehmen aber trotzdem auch immer.

00:10:14: Die Evidenz-Update ihn.

00:10:17: Die da ist also wogegen ich mich auch aus sprech ist wenn etwas zu einer Ideologie wird und die gesamte Lockdown oder shutdown Frage.

00:10:26: Wurde im Laufe der Zeit zu einer Ideologie so habe ich das zumindest wahrgenommen und auch da.

00:10:31: Muss man dann vielleicht von einer anderen Seite zu dem Mut ausrufen sagen jetzt schaut doch noch mal in verfügbare Daten rein.

00:10:39: Ob Analogieschlüsse möglich sind.

00:10:41: Ob man Erfahrungen auswerten kann aus anderen Ländern das wurde ja zum Teil auch gemacht aber das haben wir auch gesehen wir haben eine Ideologisierung wahrgenommen von bestimmten Themen.

00:10:53: Wie wird sogar noch weiter gehen und wird gar nicht nur von einer Ideologisierung manche Themen reden sondern ich würde mir sogar zutrauen zu sagen

00:11:02: wir haben eine Dogma die Sicherung erlebt auf einmal sind wir dazu übergegangen mit Dokument zu arbeiten selbst Wissenschaftler Naturwissenschaftler die das kritische Hinterfragen sogenannter Beweise eigentlich gelernt haben und war Doktor ernad beispielsweise eigentlich im Blut haben.

00:11:19: Das nicht tatsächlich eher eine schmerzliche Lehre dass wir in diesem Jahr auch gelernt haben wir uns da sind Stück Weiden aufklärerischer im

00:11:27: Puls abhanden gekommen ist durch diese dogmatischen Diskussionen.

00:11:31: Es gibt für Interaktionsformen in solchen nationalen und internationalen Krisen keine Standards und keine guideline zerspan hat gesagt wir werden uns alle viel verzeihen müssen glaube auch

00:11:43: ich selber bin davon nicht ausgenommen dass ich hier und da eine Grenze überschritten habe so hat auch die

00:11:51: Wissenschaft oder einzeln Wissenschaftler haben hier und da vielleicht mal übers Ziel hinausgeschossen in der Formulierung im Wedding.

00:12:00: In der Intoleranz von ins und Sicherheiten in Forderungen an die Politik oder vielleicht auch einfach nur in der Tonalität ich glaube es gab von mehreren Seiten

00:12:10: Punkte in der Auseinandersetzung oder

00:12:13: im Dialog wo man sagen muss das war zu hart das wurde zum Teil dann auch über soziale Medien verstärkt über Social Media.

00:12:23: Da gab es heftige Impulse aber man muss auch ganz klar sagen es gab

00:12:28: viel zu viele heftige Impulse gegen virologin gegen Virologen gegen andere Experten und das war vom Umgang zum Teil

00:12:38: zu heftig.

00:12:41: Na auch gegen die DEGAM wenn wenn ich da dran erinnern darf als die Idee kamen dieses KBV Positionspapier zu langfrist Religion der stützt hat

00:12:50: gab's ja relativ schnell auf Twitter in ziemlichen Shitstorm damals haben auch Leute angekündigt sie würden die DEGAM verlassen aus

00:12:58: eben dem Grund des sie DEGAM diese Papier unterstützt hat sie das persönlich berührt

00:13:03: das hat mich berührt das waren zum Glück nur einige wenige den ich auch immer ein Gespräch angeboten habe das waren zum Teil auch.

00:13:11: Dann sehr gute Gespräche die DEGAM hat weit mehr Zulauf bekommen dieses Jahr aber es geht auch gar nicht so sehr

00:13:18: um Zahlen um Mitgliederzahlen sondern es geht darum dass das Gemeinsamkeit Gefühl da ist das Gefühl dass man an einem Strang in dieselbe Richtung zieht das man nicht aneinander zerrt dass man die Dinge nicht zu stark personalisiert oder

00:13:33: die Menschen in Lager einteilt und dann gegen die Personen vorgeht und hier ist.

00:13:39: Viel zu sehr gegen Personen vorgegangen worden auch gegen ärztliche Kolleginnen und Kollegen das.

00:13:45: Darfst du nicht mehr sein denn wir müssen uns eigentlich alle gegenseitig zugestehen dass wir alle daran arbeiten.

00:13:54: Leben zu retten und die Pandemie zu bewältigen was das KGV Papier angelangt so war das vom Timing und auch von der Art der medialen Aufarbeitung

00:14:07: sehr schnell ein Papier das in der öffentlichen Wahrnehmung dann als Anti Lockdown Papier durch die Gazetten ging das heißt antilog Downlight der kam Anfang November und dieses.

00:14:20: Hier war dann so der Inbegriff des Anti Papiers gegen politisches Handeln und

00:14:29: diese Stigmatisierung des Papiers ging zum Teil soweit dass sich eine Empörung entfaltete die

00:14:38: eine eigene Dynamik hatte diese Empörung die war so heftig dass die guten Vorschläge in dem Papier wie z.b.

00:14:46: Den Schutz der alten und Pflegeheim Bewohner und viele andere gute Punkte dass die gar nicht mehr zur Sprache kam

00:14:53: sondern es entwickelte sich eine sich verselbstständigen der Empörung und das muss man auch sagen es war das Jahr der Empörung

00:15:03: und auch an diesem Punkt müssen alle Beteiligten die sich öffentlich äußern.

00:15:08: Hier und da innehalten und sagen muss dieser negativer Affekt jetzt wirklich sein ist es eine Verlautbarung die weiterhilft muss ich die Personen

00:15:19: in ein Lager einsortieren muss ich gegen Personen vorgehen muss ich wegen einer unbedachten Äußerung gleich den Rücktritt fordern.

00:15:27: Also an dieser Stelle können wir glaube ich für das neue Jahr etwas weniger hart.

00:15:34: Und etwas weniger heftig die Diskussion führen.

00:15:39: Wenn es ein Jahr der Empörung war und das ist ja sicherlich kein Corona Spezifikum.

00:15:45: Die Pandemie oder vielmehr auch die Krise und der Umgang damit werden das wahrscheinlich sag mal mal eher wieso Brennglas noch

00:15:51: ja verstärkt haben wenn wir das Jahr der Empörung jetzt hinter uns haben wie muss denn dann das nächste Jahr aussehen was was wäre denn der Lehrer auch für den künftigen Umgang ob wir zwischen Wissenschaft und Medizin Medizin Politik generell in der Gesellschaft

00:16:06: was müsste denn eigentlich ideale Basis sein dafür an dem anknüpfen was wir gut gemacht haben.

00:16:15: Die Impfstoff Entwicklung haben wir ganz zu Anfang schon als großen Erfolg adressiert.

00:16:21: Hier wird es darum gehen in den nächsten Monaten so viele Menschen wie möglich zu impfen aber auch sehr genau zu sein.

00:16:28: In der Diskussion und sehr genau auch in der Aufklärung zu sein es gibt er jetzt schon wieder erste Überlegungen auch Vermutungen dass man

00:16:38: Personen die geimpft sind anders behandeln muss dass es da Privilegien geben muss solche Überlegungen sind zum jetzigen Zeitpunkt ungünstig eigentlich auch kontraproduktiv weil wir vieles noch nicht wissen wir wissen nicht ob die

00:16:51: Impfung wenn sie wirkt nur vor Infektion schützt oder auch eine Immunität hinterlässt.

00:16:58: Das heißt auch vor Infektiosität schützt bevor wir solche Dinge nicht genau wissen sollten wir nicht darüber spekulieren ob man bestimmte Maßnahmen für geimpfte fallen lassen kann ob die nicht mehr

00:17:12: die AHA Regeln befolgen müssen ob die Privileg hinkriegen das sollten wir nicht tun da brauchen wir erstmal mehr Daten

00:17:20: mehr Informationen und

00:17:22: im Grunde genommen müssen wir parallel zu den politischen Maßnahmen dem Augenblick noch aktiv sind die meines Erachtens auch über den 5. Januar hinaus verlängert werden und auch verlängert werden

00:17:35: müssen die Basismaßnahmen aufrechterhalten und

00:17:40: parallel dazu die Pflegeheime schützen und so viele Menschen wie möglich impfen also im Grunde genommen müssen alle Phasen der Pandemie

00:17:48: Bekämpfung parallel nebeneinander laufen und gerade die Containment Strategie das heißt die Eindämmung

00:17:56: die wichtig ist und die Zahlen so senken und gleichzeitig aber auch die protection nämlich.

00:18:01: Die Schutzstrategie die darf man auf keinen Fall gegeneinander ausspielen sondern die müssen in voller Stärke nebeneinander herlaufen und auch mit

00:18:11: gleicher Intensität verfolgt werden wenn man sich die mediale Berichterstattung anschaut dann gibt es nur eins Inzidenzen Inzidenzen Inzidenzen

00:18:20: du wartest jedenfalls war viele Wochen und Monate und es schien nur eine Sache.

00:18:25: Wichtig zu sein nehme ich die Zahlen zu denken das ist auch sehr wichtig aber gleichzeitig

00:18:30: muss genauso viel Energie und ich beobachte das Lokal wird auch zunehmend in den Schutz der alten und Pflegeheime gesteckt werden da hätten wir

00:18:40: ein halbes Jahr früher sein können eigentlich auch müssen ohne jegliche Schuldzuweisung aber diese zwei Strategien sollte man nicht gegeneinander ausspielen sondern in voller Intensität gleichzeitig verfolgen.

00:18:53: Haben Sie denn die Hoffnung dass wir mit Blick auf die Pflegeheime.

00:18:58: Vergleichbare Einrichtungen also da wo besonders natürlich auch gefährdete Personengruppen eng Zusammenleben wo einfach riesigen qua Struktur, System erhöht sind dass wir.

00:19:12: Eine Lehre daraus ziehen als Gesellschaft aber eben auch politisch letztlich umgesetzt dass wir an diesem System Nacharbeiten weil ich mein wir wissen alle.

00:19:20: In der Pflege in der Krankenpflege haben einen riesigen allokations Mangel und in der Altenpflege generell haben wir einfach einen strukturelles Problem und am Ende ist der Schutz auch nur mit

00:19:31: genügend gut bezahlten und gut qualifizierten Personal zu machen.

00:19:36: Das ist natürlich so dass er in der Krise sich Dinge aggravieren die vorher auch schon Problem waren aber.

00:19:44: Es ist auch wichtig die Hochbetagten.

00:19:48: Nicht pauschal als vulnérable Personengruppe zu bezeichnen sondern da auch noch mal zu differenzieren sie haben schon gesagt die alten und Pflegeheime die stehen an

00:19:58: erster Stelle das hatte ich dicke auch sehr gut gemacht dass sie da

00:20:02: den Akzent gelegt hat in ihrem Priorisierung Kriterien aber dann muss man noch mal unterscheiden es gibt dann noch die geriatrischen Kliniken die Rehakliniken und dann gibt es auch die Pflegebedürftigen zu Hause

00:20:14: Mit sogenannte informeller Pflege pflegende Angehörige oder auch ambulante

00:20:21: Pflegedienste und die muss man natürlich gleichermaßen schützen

00:20:26: die Todesfälle und die verteilen Verläufe die beobachten wir leider in den alten und Pflegeheimen weil

00:20:33: da zunächst mal die Menschen sind die auch eine Indikation haben für eine solche Einrichtung das heißt sie haben an besonders

00:20:41: anfälliges mobilitäts Profil und das Alter sowieso und dann sind Sie in diesem Bereich natürlich auch den.

00:20:52: Nosokomialen Infektionen besonders ausgeliefert und

00:20:56: wenn wir hier schon am Jahresende auch mit eine Manöverkritik machen dann hätten wir da besser sein müssen wir hätten die nosokomialen Infektionen denn um nichts anderes handelt es sich bei alten und Pflegeheim die hätten wir

00:21:09: reduzieren müssen die hätten wir in einem geringeren Ausmaß haben müssen als wir es jetzt beobachten.

00:21:15: Haben sie die Hoffnung dass wir als Gesellschaft dazu lerne dass wir das besser machen Zukunft das Wetter mehr

00:21:21: Sommermeyer Sinn und Verstand mehr Energie auch investieren uns darüber Gedanken zu machen.

00:21:27: Ich hatte die Hoffnung dass wir im künftigen Phasen erstmal bei der Bewältigung dieser Pandemie aber auch bei

00:21:36: Pantomime die noch kommen etwas bewusster und flexibler Verhalten bei der parallelen Anwendung unterschiedlicher Strategien dass wir uns nicht zu sehr auf die Inzidenzen fokussieren

00:21:49: natürlich spielen die Inzidenzen auch eine gewisse Rolle bei der Prüfung

00:21:54: politischer Maßnahmen vor Gericht das darf man auch nicht vergessen also durch unsere Gerichtsbarkeit die Gewaltenteilung und die Rechtfertigung politischer Maßnahmen

00:22:04: bei den Gerichten spielen natürlich Inzidenzen auch ne Rolle

00:22:07: das ist eine wichtige Größe aber ich hätte die Hoffnung dass wir in künftigen Phasen.

00:22:14: Dann auch etwas verstärkt auf Krankheitslast und auf Mobilität Parameter schauen und dann auch sehr gezielt einzelne Risikogruppen schützen und noch es

00:22:27: etwas effizienter schützen also das in diesem Jahr getan haben was aber

00:22:33: ein Hoffnungsschimmer an am Horizont ist ist dass wir ein Impfstoff haben dass wir die richtigen priorisierungs Kriterien der Impfung haben und dass es auch schnell gelingen sollte die Personen in den Einrichtungen

00:22:47: in den nächsten Monaten zu impfen.

00:22:49: Blick aufs kommende Jahr 20 21 stellt sich auch noch eine ganz andere Frage wir haben jetzt ein Jahr der Krise hinter uns.

00:22:57: Ein Jahr in dem wir gesellschaftlich viele Kraftanstrengung unternommen haben und diese gesellschaftlichen Kraftanstrengung die drücken sich dann politisch immer auch in Geld aus also das Geld

00:23:09: der Steuerzahler lässt sich ihr seid ihr nicht die Politik bezahlen ja wir wir haben die Bundestagswahl vor uns liegen im September 20 21 und danach

00:23:18: gibt es eine wie auch immer dann geartete Bundesregierung und es gibt jetzt schon

00:23:22: die Drohgebärde ist am Horizont na ja wartet mal ab unter der nächsten Regierung könnte die Kostendämpfung kommen und wir wissen.

00:23:30: Auch in unserem Gesundheitssystem ist vieles nicht so optimal wie es der ein oder andere gerne hätte wir wissen im Öffentlichen Gesundheitsdienst fehlt

00:23:40: einfach eine Menge Personal wir wissen dass wir eigentlich mehr ambulantisierung haben wollen dass wir dringend an der stationären Allokation arbeiten müssen und und und und und

00:23:50: sehen sie eher die Chance dass wir lernen aus dem was geschehen ist oder sehen Sie tatsächlich da auch eine mögliche Gefahr dass wir am Ende wieder nur fiskalisch denken als Gesellschaft und dann doch wieder den Rotstift ansetzen und ist verabsäumen.

00:24:05: Im nächsten übernächsten und fortfolgend in den Jahren hier strukturell klug umzubauen.

00:24:11: Wir haben dieses Jahr gesehen dass eine Krise sehr sehr teuer ist auch teuer für das Gesundheitssystem wenn Sie schnell die Prioritäten ändern.

00:24:20: Und eingefahrene Versorgungs Abläufe umgestellt werden müssen.

00:24:26: Wenn bestimmte Erlöse nicht mehr fließen wenn ganze Porschen brachliegen wenn das aus Steuergeldern.

00:24:32: Dann kompensiert werden muss dann war das zum einen beeindruckend zu sehen wie viel Power doch in so einem Land steckt.

00:24:42: Und was da alles möglich war und auch dann von der Politik auch angefasst wurde gleichwohl bin ich der Hoffnung

00:24:49: dass wir uns auch relativ schnell erholen und.

00:24:53: Dieses gesundschrumpfen wie es bis jetzt angedeutet haben daneben halbwegs schmerzfrei stattfindet aber auf jeden Fall auch hier wieder die Glaskugel und sendest mir nach ich kann.

00:25:07: Noch schlechter in ökonomische glasgrün schauen als in medizinische Glaskuchen

00:25:13: verständlich wir bearbeiten ein ganzes Jahr lang mit einer Glaskugel und es wären wir wahrscheinlich auch mit Blick aufs kommende Jahr machen müssen das ist wahrscheinlich auch so ein bisschen das was ein sehr irritierendes Element in der Erfahrungen.

00:25:27: Dieses Jahres ist nämlich dass wir eben alle

00:25:30: mit Unsicherheiten umgehen müssen und das führt natürlich dann am Ende auch zu dieser Zeit politischen Kakophonie auch eine wissenschaftliche Kakophonie hier und da am Ende im übertriebenem Maße natürlich dann durch die Medien noch zugespitzte Kakophonie wenn wir

00:25:46: ja aufs kommende Jahr blicken sie haben es schon grob skizziert was ist ihre Hoffnung was im kommenden Jahr anders wird was wir als Gesellschaft vielleicht auch daraus lernen.

00:25:56: Das will den Dialog etwas anders führen dass im Diskurs anders miteinander umgehen etwas weniger hart dass wir auch Unsicherheiten besser tolerieren und uns zu den

00:26:07: Lernprozessen bekennen die wir machen dass wir auch immer wieder aus der Wissenschaft heraus ein Bewusstsein dafür schaffen dass Unsicherheiten toleriert werden müssen und dass wir nicht an die Stelle

00:26:21: einer nicht vorhandenen Sicherheit dann ein Dogma setzen oder eine Ideologie setzen dass wir

00:26:27: nicht aus der Unfähigkeit heraus die Unsicherheiten auszuhalten in Polarisierung verfallen und dann auf die persönliche Ebene gehen

00:26:37: wir müssen die Unsicherheiten aushalten wenn müssen systematisch in diesem Lernprozess bleiben und flexibel und auf die neuen Erkenntnisse einstellen das ist ein gemeinsames Lernen und dieses.

00:26:50: Gemeinsame Lernen dieses gemeinsame gesamtgesellschaftliche Schulbank drücken das müssen wir hinkriegen ohne dem Tischnachbarn eins unter der Schulbank mitzugeben.

00:27:04: Hör mal das Schienbein in Ruhe lassen das ist doch eigentlich.

00:27:08: Schöner Vorsatz also vor einem Verein das Schienbein des Gegenübers schöner Vorsatz fürs kommende jaja Scherer.

00:27:14: Das kann man auch als Dämon bezeichnen Stück weit vielen Dingen gegenüber.

00:27:19: Auf der Welt gegenüber die Herausforderung sind groß der Klimawandel das wird noch eine riesen Krise für uns werden oder eine existentielle Sache mit der wird beschäftigen müssen.

00:27:28: In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns allen natürlich ein gutes gesundes neues Jahr 2021.

00:27:36: Bleiben für einem sie auch gesund kommen sie gut rein ins neue Jahr haben sie einen ruhigen Silvesterabend jetzt.

00:27:43: Und ich freue mich wenn wir uns dann wieder hören an gleicher Stelle und auf gleicher werden vielen dank ihnen auch.

00:27:50: Music.