Corona-Update mit DEGAM-Präsident Martin Scherer

Wie viele Lebensjahre kostet uns das Coronavirus?

Wie viele Lebensjahre kostet uns das Coronavirus?

Wer erahnen will, wie gravierend die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie sind, schaut sich die Sterblichkeit an. Wie viele Menschen sterben mit dem SARS-CoV-2-Virus oder gar mit einer COVID-19-Erkrankung? Diese Frage ist ebenso wichtig wie die der Krankheitsschwere und der Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion.

Doch noch immer tappen wir im Dunkeln, liegen uns zu wenige Daten vor, die teils auch nicht systematisch erhoben sind. Schlicht: Wir sind noch mitten in der Pandemie oder gar erst am Anfang. Die tatsächlichen Auswirkungen lassen sich kaum erahnen.

Statistiker greifen daher zu Modellierungen und Vergleichen. Sie analysieren anhand von Sterbetafeln und ersten Angaben zur Sterblichkeit während der Pandemie nicht nur die Exzessmortalität, also die Übersterblichkeit. Sie versuchen auch die durch COVID-19 verlorenen Lebensjahre zu errechnen, die Years of Life Lost (YLL).

Die "Tagesschau" titelte in ihrer Online-Ausgabe jüngst: "Corona-Tote – Neun Lebensjahre verloren". Basis für diesen Bericht war eine Modellierung von schottischen Forschern. Dass diese Zahlen vermutlich nicht richtig sind und vieles, was dazu im Moment behauptet oder berechnet wird, oft Humbug sein kann, darüber reden wir in diesem "CoronaUpdate".

Quellen:
1. Björn Schwentker und Jan Lukas Strozyk. Neun Lebensjahre verloren. tagesschau.de. 8.05.2020 (zuletzt abgerufen am 13.5.2020). https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/corona-lebenserwartung-101.html
2. DeStatis. Tabelle 12621-0002: Durchschnittliche Lebenserwartung (Periodensterbetafel). Zuletzt abgerufen am 13.5.2020. https://www-genesis.destatis.de/genesis//online?operation=table&code=12621-0002&levelindex=0&levelid=1589368374859
3. Hanlon P, Chadwick F, Shah A et al. COVID-19 – exploring the implications of long-term condition type and extent of multimorbidity on years of life lost: a modelling study [version 1; peer review: awaiting peer review]. Wellcome Open Res 2020, 5:75. doi: https://doi.org/10.12688/wellcomeopenres.15849.1
4. DeStatis. Sterbefallzahlen und Übersterblichkeit. Zuletzt abgerufen am 13.5.2020. https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Corona/Gesellschaft/bevoelkerung-sterbefaelle.html

Immunität gegen SARS-CoV-2? "Wir haben eine dreifache Unsicherheit!"

Auf dem „2. Gesetz zum Schutz der Bevölkerung in einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sind die Immunitätsausweise einstweilen erst einmal gestrichen worden. Doch in der Politik wird weiter über sie diskutiert – auch auf europäischer Ebene.

Doch welchen Nutzen diese Ausweise überhaupt hätten, ist unklar. Denn noch immer lässt sich nur begrenzt etwas zu der Aussagekraft beispielsweise von Antikörpertests sagen.

In diesem „CoronaUpdate“ reden wir über eine „dreifache Unsicherheit“ bei der Frage nach der SARS-CoV-2-Immunität: die diagnostische, die epidemiologische und die klinische.

Und wir fragen nach den ethischen Problemen, die diese Immunitätspässe aufwerfen: Werden Menschen damit nicht stigmatisiert und diskriminiert? Schaffen dieses Pässe nicht sogar eine neue Zweiklassen-Gesellschaft – von Immunen und Nicht-Immunen, bzw. Menschen mit und Menschen ohne Corona-Ausweis?

Könnten diese Ausweise nicht sogar gegenteilige Effekte bewirken? Und letztlich: Wären sie nicht sogar der erste Schritt hin zu einer Impfpflicht gegen das Coronavirus? Mancher Politiker liebäugelt ja längst mit diesem Gedanken.

Quellen:
1. Childress JF et al. Public health ethics: mapping the terrain. J Law Med Ethics. 2002 Summer;30(2):170-8. doi: https://doi.org/10.1111/j.1748-720x.2002.tb00384.x
2. Persad G. The Ethics of COVID-19 Immunity-Based Licenses (“Immunity Passports”). JAMA. Published online May 06, 2020. doi: https://doi.org/10.1001/jama.2020.8102
3. Robert Koch Institut. COVID-19: Kriterien zur Entlassung aus dem Krankenhaus bzw. aus der häuslichen Isolierung. Stand: 17.04.2020. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Entlassmanagement.html
4. Nussbaumer‐Streit B. Quarantine alone or in combination with other public health measures to control COVID‐19: a rapid review. Cochrane Database of Systematic Reviews 2020, Issue 4. Art. No.: CD013574. doi: https://doi.org/10.1002/14651858.CD013574
5. Reynolds, D. (2008). Understanding, compliance and psychological impact of the SARS quarantine experience. Epidemiology and Infection, 136(7), 997-1007. doi: https://doi.org/10.1017/S0950268807009156
6. Samantha K Brooks. The psychological impact of quarantine and how to reduce it: rapid review of the evidence. Lancet 2020; 395: 912–20. Published: February 26, 2020. doi: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)30460-8

Lockerungsübungen ohne Evidenz

Die Bundesrepublik wagt den Neustart – in die neue "Normalität". Doch die Lockerungen fallen je nach Bundesland teils sehr unterschiedlich aus. In manchen Ländern dürfen bereits Restaurants öffnen, in anderen hingegen müssen die Gastronomen noch ausharren. Überall aber darf man alleine auf der Parkbank oder am See sitzen.

Was aber steckt hinter diesen bundesdeutschen Lockerungsübungen? Gibt es wissenschaftliche Evidenz für die jetzigen Beschlüsse? Und falls ja: Ist die Literaturrecherche in Bayern eine andere gewesen als in Bremen? Oder ist der Flickenteppich einfach nur ein Ausdruck großer Unsicherheit?

Ein lockeres "CoronaUpdate" zum Start in das Wochenende.

Quellen:
1. Michael Sommer. Der eingebildete Kranke to go (Molière in 9 Minuten). YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=agm45NLfiwk

"Wer von 'epidemiologisch sicher' spricht, ist im Stadium 'unbegründeter Sicherheit'"

Die Schulen haben wieder geöffnet – zumindest teilweise und in verkleinerten Klassen dürfen die Schüler zurück. Auch Geschäfte sollen in Kürze wieder öffnen dürfen, haben Bund und Länder am Mittwoch (6. Mai) beschlossen.

Doch zeitgleich zur Öffnung der Schulen tobt eine Diskussion über mutmaßlich wissenschaftliche Beweise, die mal für und mal gegen diesen Schritt sprechen sollen. Kinder könnten genauso "infektiös" wie Erwachsene sein, heißt es in jüngst veröffentlichten Untersuchungen. Jedenfalls konnten Virologen bei Abstrichen von Kindern eine fast ähnlich hohe Viruslast feststellen.

Doch taugt das als Argument gegen eine Schulschließung? Ist eine hohe Viruslast gleichzusetzen mit hoher Infektiosität? Und was hat das Schließen von Schulen in China eigentlich gebracht?

In diesem "CoronaUpdate" machen wir wieder den Evidenzcheck. Und es ist der erste Akt zu der Frage, wie die neue "Normalität" nach und mit Corona aussehen wird.

Quellen:
1. Tweet von Karl Lauterbach: https://twitter.com/Karl_Lauterbach/status/1257292931385483264
2. Terry C. Jones et al. An analysis of SARS-CoV-2 viral load by patient age. 29. April 2020. Preprint: https://zoonosen.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/m_cc05/virologie-ccm/dateien_upload/Weitere_Dateien/analysis-of-SARS-CoV-2-viral-load-by-patient-age.pdf
3. Arnaud G L'Huillier et al. Shedding of infectious SARS-CoV-2 in symptomatic neonates, children and adolescents. medRxiv 2020.04.27.20076778; doi: https://doi.org/10.1101/2020.04.27.20076778
4. Juanjuan Zhang et al. Changes in contact patterns shape the dynamics of the COVID-19 outbreak in China. Science 29 APR 2020. doi: https://doi.org/10.1126/science.abb8001
5. Goldstein Edward, Lipsitch Marc. Temporal rise in the proportion of younger adults and older adolescents among coronavirus disease (COVID-19) cases following the introduction of physical distancing measures, Germany, March to April 2020. Euro Surveill. 2020;25(17):pii=2000596. doi: https://doi.org/10.2807/1560-7917.ES.2020.25.17.2000596
6. Hendrik Streeck et al. Infection fatality rate of SARS-CoV-2 infection in a German community with a super-spreading event. 4. Mai 2020. Preprint: https://www.ukbonn.de/C12582D3002FD21D/vwLookupDownloads/Streeck_et_al_Infection_fatality_rate_of_SARS_CoV_2_infection2.pdf/$FILE/Streeck_et_al_Infection_fatality_rate_of_SARS_CoV_2_infection2.pdf

Die Paradoxien einer Pandemie

„Stell dir vor, es ist Pandemie, und keiner geht hin.“ – Mancher wird sich das in diesen Zeiten denken. Während hierzulande die Zahl der täglich gemeldeten Neuerkrankungen immer mehr zu sinken scheint, schreitet die Corona-Pandemie in anderen Staaten unverändert fort. Etwa in den USA, Großbritannien oder Russland.

Die Situation scheint paradox. Was aber bedeuten solche Paradoxa in der Medizin, in der Wissenschaft? Darüber reden wir in diesem „CoronaUpdate“. Wir reden über den Wettlauf von Achill und der Schildkröte – und über (scheinbar) paradoxe Ergebnisse klinischer Studien.

Und wir gelangen zu der Erkenntnis, dass präventive Maßnahmen etwa für den Einzelnen nicht von Bedeutung sein können, wir eine ganze Bevölkerungsgruppe aber sehr wohl. Was aber bedeutet das, wenn es zu einem Stigma wird?

Quellen:
1. Buchholz U, Buda S, Prahm K: Abrupter Rückgang der Raten an Atemwegserkrankungen in der deutschen Bevölkerung. Epid Bull 2020;16:7-9. doi: https://doi.org/10.25646/6636.2
2. Geoffrey Rose. Strategy of prevention: lessons from cardiovascular disease. Br Med J (Clin Res Ed) 1981; 282: 1847. doi: https://doi.org/10.1136/bmj.282.6279.1847
3. FDA: https://www.fda.gov/news-events/press-announcements/coronavirus-covid-19-update-fda-issues-emergency-use-authorization-potential-covid-19-treatment
4. NIH: https://www.nih.gov/news-events/news-releases/nih-clinical-trial-shows-remdesivir-accelerates-recovery-advanced-covid-19
5. Wang, Y. et al. Remdesivir in adults with severe COVID-19: a randomised, double-blind, placebo-controlled, multicentre trial. Lancet (2020) doi: https://doi.org/10.1016/s0140-6736(20)31022-9
6. Norrie, J. D. Remdesivir for COVID-19: challenges of underpowered studies. Lancet (2020) doi: https://doi.org/10.1016/s0140-6736(20)31023-0
7. ClinicalTrials zu ACTT: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04280705
8. ClinicalTrials History: https://clinicaltrials.gov/ct2/history/NCT04280705?A=14&B=15&C=merged

COVID-19 und Exzessmortalität: Sterben ist mehr als nur eine Ziffer

Über 200.000 Menschen weltweit sind bereits an oder mit COVID-19 gestorben. Was aber sagt diese absolute Sterbeziffer über die Gefahr der Coronavirus-Pandemie aus? Oft wird sie ins Verhältnis zu den Todesfällen durch andere Erkrankungen gesetzt – etwas bei Influenza. In den saisonalen Grippewellen sterben jedes Jahr weltweit zwischen 200.000 und 600.000 Menschen, so die Schätzungen.

Um sich der möglichen Gefahr durch eine Erkrankung zu nähern, errechnen Wissenschaftler oft die Exzessmortalität, also die Zahl der Sterbefälle in einem bestimmten Zeitraum, die über der erwartbaren Sterblichkeit liegt.

Auch jetzt, angesichts COVID-19 steigt die Exzessmortalität, sterben mehr Menschen, als man üblicherweise erwarten würden. Doch was bedeuten diese Werte? Inwiefern können wir daraus etwas über die Gefährlichkeit von SARS-CoV-2 lernen?

Und was bedeuten all dieses Zahlen angesichts eines jeden Sterbefalls, dem individuellen Leiden und dem Verlust eines Angehörigen? Ein "CoronaUpdate" über das Sterben.

Quellen:
1. www.euromomo.eu

Wie die Medizin zu klugen Entscheidungen in der Pandemie gelangt

Beweise sind der heilige Gral in der evidenzbasierten Medizin (EbM). Solide Forschung soll Ärzten für ihr klinisches Handeln gute Entscheidungsgrundlagen liefern. Nun in einer Situation wie der COVID-19-Pandemie fehlt eben genau diese nötige Evidenz. Die Folge ist Unsicherheit, was klinisch zu tun ist. Die Ungewissheit treibt nicht nur Kliniker, sondern auch Patienten und Risikogruppen um.

Deshalb fragen wir in dieser Episode vom "CoronaUpdate", wie kluge Entscheidungen in der Medizin überhaupt zustande kommen. Was verbirgt sich hinter der EbM? Welche Rolle spielen die Patienten und ihre Wünsche?

Und was bedeuten diese Entscheidungsprozess in besonderen Situationen wie der jetzigen Coronavirus-Pandemie, wo das nötige klinische Wissen schlicht noch fehlt? Welche Möglichkeiten haben wir, mit Ungewissheit umzugehen? Wie helfen uns Leitlinien medizinischer Fachgesellschaften dabei, und welche Grenzen haben sie?

Quellen:
1. Haynes RB, Devereaux PJ, Guyatt GH. Physicians' and patients' choices in evidence based practice. BMJ. 2002;324(7350):1350. doi: https://doi.org/10.1136/bmj.324.7350.1350
2. DEGAM-S1-Handlungsempfehlung "Neues Coronavirus (SARS-CoV-2) – Informationen für die hausärztliche Praxis". www.degam.de

Fünf Kriterien und drei Regeln für gute COVID-19-Forschung

Es sind besondere Zeiten in dieser Coronavirus-Pandemie. Die Bundeskanzlerin kritisiert "Öffnungsdiskussionsorgien". Aus Schweden hören wir von Sonderwegen, und auch in der Forschung ist immer mehr von sonderlichen Wegen zu hören.

Medizin und Wissenschaft befinden sich im Moment im Hochbetrieb. Bei Pubmed sind allein über 6000 Veröffentlichungen zu den Stichworten COVID-19, SARS-CoV-2 und 2019-nCoV gelistet. Im US-Studienregister clinicaltrials.gov rund 800 Vorhaben registriert. Nicht zu sprechen von den Hunderten ungeprüften Veröffentlichungen auf den Preprintservern.

Das Problem: Solche – notwendige – Hyperaktivitätswissenschaft kann schnell auch eine Menge Non-sense produzieren. Die Frage ist dann für Forscher, Mediziner oder Journalisten: Wie die Spreu vom Weizen trennen?

Selbst Wissenschaftler räumen im Moment ein, dass sie es nicht immer so ganz genau nehmen: "Angesichts der Dringlichkeit der Situation können einige Einschränkungen ... akzeptabel sein, einschließlich der kleinen Stichprobengröße, der Verwendung eines nicht validierten Surrogatendpunktes und des Fehlens von Randomisierung oder Verblindung", heißt es etwa in einer Veröffentlichung.

In diesem "CoronaUpdate" befassen wir uns mit fünf Kriterien für gute Wissenschaft in der Krise und drei Regeln, die jeder Forscher und Arzt beherzigen sollte. Und wir schauen, wie Mediziner konkret damit in der Praxis oder am Krankenbett umgehen können.

Quellen:
1. Alex J. London, Jonathan Kimmelman. Against pandemic research exceptionalism. Science 23 Apr 2020: eabc1731. doi: https://doi.org/10.1126/science.abc1731
2. Kim AH, Sparks JA, Liew JW, et al, for the COVID-19 Global Rheumatology Alliance. A Rush to Judgment? Rapid Reporting and Dissemination of Results and Its Consequences Regarding the Use of Hydroxychloroquine for COVID-19. Ann Intern Med. 2020; [Epub ahead of print 30 March 2020]. doi: https://doi.org/10.7326/M20-1223
3. Joseph Magagnoli, Siddharth Narendran, Felipe Pereira, Tammy Cummings, James W Hardin, S Scott Sutton, Jayakrishna Ambati. Outcomes of hydroxychloroquine usage in United States veterans hospitalized with Covid-19. medRxiv 2020.04.16.20065920; doi: https://doi.org/10.1101/2020.04.16.20065920

Corona überwinden – eine Systemfrage

Die Fallzahlen in der Coronavirus-Pandemie sind von Land zu Land nicht nur absolut sehr unterschiedlich, sondern auch bezogen auf die Bevölkerungsgröße der Länder. Woran aber könnte das liegen? Ist es nur die Art und Geschwindigkeit der Lockdown-Maßnahmen, mit der die Länder reagiert haben?

Und auch die relative Zahl der Todesfälle, die Fallsterblichkeit unterscheidet sich von Land zu Land teils enorm: Während sie hierzulande bei rund drei Prozent liegt, beträgt sie in anderen Staaten bis zu 13 Prozent. Sind die Betroffenen dort etwa kränker? Liegt es an der Zahl der Krankenhausbetten? Oder ist die Medizin dort weniger leistungsfähig?

In dieser Episode vom "CoronaUpdate" stellen wir die Systemfrage: Welchen Unterschied die Art eines Gesundheitssystems bei der Bewältigung der Coronapandemie machen könnte. Und was die wissenschaftliche Literatur uns dazu mitteilen kann.

Quellen:
1. ALM e.V. 21. April 2020. https://www.alm-ev.de/files/site-files/08%20Pressemitteilungen%20ALM/2020/Insights%20Praesentationen/200421-ALM-PK-Corona-Diagnostik-Insights-KW16.pdf
2. Leiyu Shi, et al. The Relationship Between Primary Care, Income Inequality, and Mortality in US States, 1980–1995. J Am Board Fam Pract. September 2003, 16 (5) 412-422; doi: https://doi.org/10.3122/jabfm.16.5.412
3. Ferdinand Gerlach, Joachim Szecsenyi et al. Evaluation der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) nach §73b SGB V in Baden‐Württemberg (2011‐2016). Ergebnisbericht 2018. https://neueversorgung.de/images/PDF/Evaluation_2016/190524_HZV-Ergebnisbericht-2018.pdf

Nützlich und schädlich – die Folgen sozialer Isolation, auch in Corona-Zeiten

Wegen SARS-CoV-2 leben wir in einer Zeit sozialer Isolation – ob im Lebensmittelgeschäft, in Parks oder im Altenheim. Das Ziel: so wenige Neuinfektionen mit dem Coronavirus wie nur irgend möglich.

Doch welche Folgen kann soziale Isolation für uns haben, besonders für ältere Menschen? Dieser Frage sind ganz aktuell Forscher vom University College in London nachgegangen. Sie wollten wissen, wie sich soziale Isolierung und Alleinsein auf das Risiko für Krankenhauseinweisungen wegen Atemwegserkrankungen bei Älteren auswirkt.

Eines ihrerer Ergebnisse: Alleine zu leben oder sozial nicht sehr aktiv zu sein, ist mit einem relativ erhöhten Risiko für Hospitalisierungen verbunden. Doch was bedeutet das für den momentanen Zustand der Gesellschaft angesichts COVID-19? Sind unsere Älteren jetzt besonders gefährdet? Müssten wir deswegen nicht den Lockdown sofort zurückfahren?

In dieser Episode vom "CoronaUpdate" blicken wir wieder in die Literatur und versuchen, diese Fragen zu beantworten. Und wir klären, warum Quarantänemaßnahmen kein "Humbug" sind.

Quellen:
1. Feifei Bu, et al. Social isolation and loneliness as risk factors for hospital admissions for respiratory disease among older adults. Thorax Epub ahead of print: 22. May 2020. doi: https://doi.org/10.1136/thoraxjnl-2019-214445
2. Compare A, et al. Social support, depression, and heart disease: a ten year literature review. Front Psychol. 1. Juli 2013. doi: https://doi.org/10.3389/fpsyg.2013.00384
3. Chivukula U, et al. Role of Psychosocial Care on ICU Trauma. Indian J Psychol Med. 2014;36(3):312–6. doi: https://doi.org/10.4103/0253-7176.135388
4. Deja M, et al. Social support during intensive care unit stay might improve mental impairment and consequently health-related quality of life in survivors of severe acute respiratory distress syndrome. Crit Care. 16. Oktober 2006;10(5):R147. doi: https://doi.org/10.1186/cc5070
5. Allardyce J, et al. Social fragmentation, deprivation and urbanicity: relation to first-admission rates for psychoses. Br J Psychiatry 2005;187:401–6. doi: https://doi.org/10.1192/bjp.187.5.401
6. Rodríguez-Artalejo F, et al. Social network as a predictor of hospital readmission and mortality among older patients with heart failure. J Card Fail 2006;12:621–7. doi: https://doi.org/10.1016/j.cardfail.2006.06.471
7. He, X., et al. Temporal dynamics in viral shedding and transmissibility of COVID-19. Nat Med (2020). doi: https://doi.org/10.1038/s41591-020-0869-5