Evidenz-Update mit DEGAM-Präsident Martin Scherer

Die riskante Trias bei COVID-19

Die riskante Trias bei COVID-19

Immer mehr scheint sich beim Coronavirus SARS-CoV-2 das Bild über die Risikofaktoren aufzuhellen. Gleich drei neue Beobachtungsstudien sind in der vergangenen Woche erschienen, die sich mit diesem Thema befassen.

Darunter eine große prospektive Kohortenstudie aus Großbritannien. Darin wurden die Daten von über 20.000 stationär behandelten COVID-19-Patienten auf der Insel analysiert. Die Wissenschaftler haben einige Risikofaktoren für ein erhöhtes Sterberisiko ermittelt.

Aus den USA gibt es gleich zwei Publikationen zu Kohortenstudien: eine von der Westküste und eine aus New York City. Auch in diesen Untersuchungen mit zusammen fast 8.000 COVID-19-Patienten haben die Forscher Risikofaktoren für schwere Verläufe zu ermitteln versucht.

Gibt es Gemeinsamkeiten bei diesen Arbeiten? All das besprechen wir in diesem Evidenzcheck – über die Aussagekraft dieser Daten, mögliche Limitation und die Auswirkungen auf die klinische Praxis. Und wir beschäftigen uns mit der letzten Sonntagsausgabe der "New York Times" und dem 71. Geburtstag des Grundgesetzes.

Quellen:
1. U.S. DEATHS NEAR 100,000, AN INCALCULABLE LOSS. New York Times. May 24, 2020. https://static01.nyt.com/images/2020/05/24/nytfrontpage/scan.pdf
2. Docherty Annemarie B, et al. Features of 20 133 UK patients in hospital with covid-19 using the ISARIC WHO Clinical Characterisation Protocol: prospective observational cohort study BMJ 2020; 369: m1985. https://doi.org/10.1136/bmj.m1985
3. Lewnard Joseph A, et al. Incidence, clinical outcomes, and transmission dynamics of severe coronavirus disease 2019 in California and Washington: prospective cohort study BMJ 2020; 369: m1923. https://doi.org/10.1136/bmj.m1923
4. Petrilli Christopher M, et al. Factors associated with hospital admission and critical illness among 5279 people with coronavirus disease 2019 in New York City: prospective cohort study BMJ 2020; 369: m1966. https://doi.org/10.1136/bmj.m1966
5. Razai Mohammad S, et al. Mitigating the psychological effects of social isolation during the covid-19 pandemic BMJ 2020; 369: m1904. https://doi.org/10.1136/bmj.m1904

COVID-19 – im Zweifel lieber Thromboseprophylaxe

Werden wir überfluchtet mit Wissen zum Coronavirus oder doch nur mit Informationen, Daten und Spekulationen? Immer mehr erfahren wir über die klinischen Aspekte von COVID-19. Ein Thema nach wie vor ist das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, das RAAS. Und immer mehr rücken Thromboembolien in den Fokus.

Die Frage ist nur: Was ist gesichert, was ernst zu nehmen, was vielleicht weniger? Und welche therapeutischen, vielleicht sogar prophylaktischen Konsequenzen sollten Ärzte ziehen?

Zu diesen Fragen machen wir in der heutigen Episode vom "CoronaUpdate" ein Evidenz-Update. Und wir reden darüber, was der Klimawandel mit COVID-19 zu tun hat.

Quellen:
1. Victor G. Puelles et al. Multiorgan and Renal Tropism of SARS-CoV-2. New Engl J Med. May 13, 2020. doi: https://doi.org/10.1056/NEJMc2011400
2. Weber F., Anlauf M. (2019) Hemmstoffe des Renin-Angiotensin-Systems. In: Schwabe U., Paffrath D., Ludwig WD., Klauber J. (eds) Arzneiverordnungs-Report 2019. Springer, Berlin, Heidelberg. doi: https://doi.org/10.1007/978-3-662-59046-1_9
3. Katherine Mackey et al. Risks and Impact of Angiotensin-Converting Enzyme Inhibitors or Angiotensin-Receptor Blockers on SARS-CoV-2 Infection in Adults. A Living Systematic Review. Ann Int Med 15 May 2020. doi: https://www.acpjournals.org/doi/10.7326/M20-1515
4. Dominic Wichmann et al. Autopsy Findings and Venous Thromboembolism in Patients With COVID-19. A Prospective Cohort Study. Ann Int Med May 6th 2020. Doi: https://doi.org/10.7326/M20-2003
5. Sigurd F. Lax et al. Pulmonary Arterial Thrombosis in COVID-19 With Fatal Outcome: Results From a Prospective, Single-Center, Clinicopathologic Case Series. Ann Int Med May 14th 2020. Doi: https://doi.org/10.7326/M20-2566
6. Christina Creel-Bulos, et al. Acute Cor Pulmonale in Critically Ill Patients with Covid-19. New Engl J Med May 6th 2020. Doi: https://doi.org/10.1056/NEJMc2010459
7. Julien Poissy, et al. Pulmonary Embolism in COVID-19 Patients: Awareness of an Increased Prevalence. Circulation 24 Apr 2020. doi: https://doi.org/10.1161/CIRCULATIONAHA.120.047430
8. Ishan Paranjpe, et al. Association of Treatment Dose Anticoagulation with In-Hospital Survival Among Hospitalized Patients with COVID-19. JACC 2020. https://doi.org/10.1016/j.jacc.2020.05.001
9. Le Quéré, C., et al. Temporary reduction in daily global CO2 emissions during the COVID-19 forced confinement. Nat. Clim. Chang. (2020). https://doi.org/10.1038/s41558-020-0797-x

Brüllen und schweigen – Medien in Corona-Zeiten

Die Coronavirus-Pandemie ist auch die Zeit der Medien. Wie gebannt starren wir auf Dashboards und die immer neuestens Fallzahlen. Wir verschlingen jede neue Studie auf der Suche nach Antworten, wie gefährlich SARS-CoV-2 nun ist, wie das Virus sich ausbreitet und was wir dagegen tun können.

Treten Politiker vor die Mikrofone, warten wie auf die Ankündigung des nächsten Corona-Eil-Gesetzes. Und zwischen alle dem versuchen uns veritable aber auch selbst ernannte Experten zu erklären, was all das nun bedeutet, für Konsequenzen hat.

Doch wie gehen die Medien mit dieser Krise um? Welche Macht könnten die Worte ausüben, die die "vierte Gewalt" verwendet? Schüren subtile Schlagzeilen nicht sogar Ängste und lösen in der Folge mit die Reaktionen aus, die wir momentan auf Demonstrationen erleben können?

Ein "CoronaUpdate" mit umgekehrten Vorzeichen: Über die Frage, welche Rolle der Journalismus spielt und spielen sollte. Und ob Medien Teil einer großen Weltverschwörung sind.

Corona – ein Spaltpilz für Ärzte und die Gesellschaft?

Die Coronavirus-Pandemie ist eine Herausforderung für unsere Gesellschaft – nicht nur medizinisch, sondern auch wirtschaftlich, vor allem aber menschlich und sozial. Die Aus- und Nebenwirkungen sind teils heftig. Ja, Corona wirkt teils sogar wie ein Spaltpilz, treibt einstige Freundschaften auseinander, zerrüttet ärztliche Kollegenkreise.

Die meisten Menschen sind hin und her gerissen – zwischen "Killervirus" bis hin zu "Das ist doch alles gar nicht so schlimm." Diese Polarisierung aber ist ein Zündstoff für Konflikte. Und ein idealer Nährboden für Extremismen bis an die äußersten Ränder der politischen und gesellschaftlichen Debatte.

Wie aber können wir in der Krise, in so unsicheren Zeichen wie dieser Coronavirus-Pandemie klug streiten? Wie können wir eine Gesellschaft des Pluralismus' bleiben, in der gegensätzliche Positionen als Teils eines gesunden und fruchtbaren Diskurses verstanden werden?

Ein "CoronaUpdate" über den Streit – nicht nur, aber auch in der Ärzteschaft.

Quellen:
1. Völler kontert harte DFL-Kritik: Lauterbach kritisiert "schizophrene" Regeln. Zuletzt abgerufen am 15.5.2020. https://www.n-tv.de/sport/fussball/Lauterbach-kritisiert-schizophrene-Regeln-article21779855.html

Wie viele Lebensjahre kostet uns das Coronavirus?

Wer erahnen will, wie gravierend die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie sind, schaut sich die Sterblichkeit an. Wie viele Menschen sterben mit dem SARS-CoV-2-Virus oder gar mit einer COVID-19-Erkrankung? Diese Frage ist ebenso wichtig wie die der Krankheitsschwere und der Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion.

Doch noch immer tappen wir im Dunkeln, liegen uns zu wenige Daten vor, die teils auch nicht systematisch erhoben sind. Schlicht: Wir sind noch mitten in der Pandemie oder gar erst am Anfang. Die tatsächlichen Auswirkungen lassen sich kaum erahnen.

Statistiker greifen daher zu Modellierungen und Vergleichen. Sie analysieren anhand von Sterbetafeln und ersten Angaben zur Sterblichkeit während der Pandemie nicht nur die Exzessmortalität, also die Übersterblichkeit. Sie versuchen auch die durch COVID-19 verlorenen Lebensjahre zu errechnen, die Years of Life Lost (YLL).

Die "Tagesschau" titelte in ihrer Online-Ausgabe jüngst: "Corona-Tote – Neun Lebensjahre verloren". Basis für diesen Bericht war eine Modellierung von schottischen Forschern. Dass diese Zahlen vermutlich nicht richtig sind und vieles, was dazu im Moment behauptet oder berechnet wird, oft Humbug sein kann, darüber reden wir in diesem "CoronaUpdate".

Quellen:
1. Björn Schwentker und Jan Lukas Strozyk. Neun Lebensjahre verloren. tagesschau.de. 8.05.2020 (zuletzt abgerufen am 13.5.2020). https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/corona-lebenserwartung-101.html
2. DeStatis. Tabelle 12621-0002: Durchschnittliche Lebenserwartung (Periodensterbetafel). Zuletzt abgerufen am 13.5.2020. https://www-genesis.destatis.de/genesis//online?operation=table&code=12621-0002&levelindex=0&levelid=1589368374859
3. Hanlon P, Chadwick F, Shah A et al. COVID-19 – exploring the implications of long-term condition type and extent of multimorbidity on years of life lost: a modelling study [version 1; peer review: awaiting peer review]. Wellcome Open Res 2020, 5:75. doi: https://doi.org/10.12688/wellcomeopenres.15849.1
4. DeStatis. Sterbefallzahlen und Übersterblichkeit. Zuletzt abgerufen am 13.5.2020. https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Corona/Gesellschaft/bevoelkerung-sterbefaelle.html

Immunität gegen SARS-CoV-2? "Wir haben eine dreifache Unsicherheit!"

Auf dem „2. Gesetz zum Schutz der Bevölkerung in einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sind die Immunitätsausweise einstweilen erst einmal gestrichen worden. Doch in der Politik wird weiter über sie diskutiert – auch auf europäischer Ebene.

Doch welchen Nutzen diese Ausweise überhaupt hätten, ist unklar. Denn noch immer lässt sich nur begrenzt etwas zu der Aussagekraft beispielsweise von Antikörpertests sagen.

In diesem „CoronaUpdate“ reden wir über eine „dreifache Unsicherheit“ bei der Frage nach der SARS-CoV-2-Immunität: die diagnostische, die epidemiologische und die klinische.

Und wir fragen nach den ethischen Problemen, die diese Immunitätspässe aufwerfen: Werden Menschen damit nicht stigmatisiert und diskriminiert? Schaffen dieses Pässe nicht sogar eine neue Zweiklassen-Gesellschaft – von Immunen und Nicht-Immunen, bzw. Menschen mit und Menschen ohne Corona-Ausweis?

Könnten diese Ausweise nicht sogar gegenteilige Effekte bewirken? Und letztlich: Wären sie nicht sogar der erste Schritt hin zu einer Impfpflicht gegen das Coronavirus? Mancher Politiker liebäugelt ja längst mit diesem Gedanken.

Quellen:
1. Childress JF et al. Public health ethics: mapping the terrain. J Law Med Ethics. 2002 Summer;30(2):170-8. doi: https://doi.org/10.1111/j.1748-720x.2002.tb00384.x
2. Persad G. The Ethics of COVID-19 Immunity-Based Licenses (“Immunity Passports”). JAMA. Published online May 06, 2020. doi: https://doi.org/10.1001/jama.2020.8102
3. Robert Koch Institut. COVID-19: Kriterien zur Entlassung aus dem Krankenhaus bzw. aus der häuslichen Isolierung. Stand: 17.04.2020. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Entlassmanagement.html
4. Nussbaumer‐Streit B. Quarantine alone or in combination with other public health measures to control COVID‐19: a rapid review. Cochrane Database of Systematic Reviews 2020, Issue 4. Art. No.: CD013574. doi: https://doi.org/10.1002/14651858.CD013574
5. Reynolds, D. (2008). Understanding, compliance and psychological impact of the SARS quarantine experience. Epidemiology and Infection, 136(7), 997-1007. doi: https://doi.org/10.1017/S0950268807009156
6. Samantha K Brooks. The psychological impact of quarantine and how to reduce it: rapid review of the evidence. Lancet 2020; 395: 912–20. Published: February 26, 2020. doi: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)30460-8

Lockerungsübungen ohne Evidenz

Die Bundesrepublik wagt den Neustart – in die neue "Normalität". Doch die Lockerungen fallen je nach Bundesland teils sehr unterschiedlich aus. In manchen Ländern dürfen bereits Restaurants öffnen, in anderen hingegen müssen die Gastronomen noch ausharren. Überall aber darf man alleine auf der Parkbank oder am See sitzen.

Was aber steckt hinter diesen bundesdeutschen Lockerungsübungen? Gibt es wissenschaftliche Evidenz für die jetzigen Beschlüsse? Und falls ja: Ist die Literaturrecherche in Bayern eine andere gewesen als in Bremen? Oder ist der Flickenteppich einfach nur ein Ausdruck großer Unsicherheit?

Ein lockeres "CoronaUpdate" zum Start in das Wochenende.

Quellen:
1. Michael Sommer. Der eingebildete Kranke to go (Molière in 9 Minuten). YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=agm45NLfiwk

"Wer von 'epidemiologisch sicher' spricht, ist im Stadium 'unbegründeter Sicherheit'"

Die Schulen haben wieder geöffnet – zumindest teilweise und in verkleinerten Klassen dürfen die Schüler zurück. Auch Geschäfte sollen in Kürze wieder öffnen dürfen, haben Bund und Länder am Mittwoch (6. Mai) beschlossen.

Doch zeitgleich zur Öffnung der Schulen tobt eine Diskussion über mutmaßlich wissenschaftliche Beweise, die mal für und mal gegen diesen Schritt sprechen sollen. Kinder könnten genauso "infektiös" wie Erwachsene sein, heißt es in jüngst veröffentlichten Untersuchungen. Jedenfalls konnten Virologen bei Abstrichen von Kindern eine fast ähnlich hohe Viruslast feststellen.

Doch taugt das als Argument gegen eine Schulschließung? Ist eine hohe Viruslast gleichzusetzen mit hoher Infektiosität? Und was hat das Schließen von Schulen in China eigentlich gebracht?

In diesem "CoronaUpdate" machen wir wieder den Evidenzcheck. Und es ist der erste Akt zu der Frage, wie die neue "Normalität" nach und mit Corona aussehen wird.

Quellen:
1. Tweet von Karl Lauterbach: https://twitter.com/Karl_Lauterbach/status/1257292931385483264
2. Terry C. Jones et al. An analysis of SARS-CoV-2 viral load by patient age. 29. April 2020. Preprint: https://zoonosen.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/m_cc05/virologie-ccm/dateien_upload/Weitere_Dateien/analysis-of-SARS-CoV-2-viral-load-by-patient-age.pdf
3. Arnaud G L'Huillier et al. Shedding of infectious SARS-CoV-2 in symptomatic neonates, children and adolescents. medRxiv 2020.04.27.20076778; doi: https://doi.org/10.1101/2020.04.27.20076778
4. Juanjuan Zhang et al. Changes in contact patterns shape the dynamics of the COVID-19 outbreak in China. Science 29 APR 2020. doi: https://doi.org/10.1126/science.abb8001
5. Goldstein Edward, Lipsitch Marc. Temporal rise in the proportion of younger adults and older adolescents among coronavirus disease (COVID-19) cases following the introduction of physical distancing measures, Germany, March to April 2020. Euro Surveill. 2020;25(17):pii=2000596. doi: https://doi.org/10.2807/1560-7917.ES.2020.25.17.2000596
6. Hendrik Streeck et al. Infection fatality rate of SARS-CoV-2 infection in a German community with a super-spreading event. 4. Mai 2020. Preprint: https://www.ukbonn.de/C12582D3002FD21D/vwLookupDownloads/Streeck_et_al_Infection_fatality_rate_of_SARS_CoV_2_infection2.pdf/$FILE/Streeck_et_al_Infection_fatality_rate_of_SARS_CoV_2_infection2.pdf

Die Paradoxien einer Pandemie

„Stell dir vor, es ist Pandemie, und keiner geht hin.“ – Mancher wird sich das in diesen Zeiten denken. Während hierzulande die Zahl der täglich gemeldeten Neuerkrankungen immer mehr zu sinken scheint, schreitet die Corona-Pandemie in anderen Staaten unverändert fort. Etwa in den USA, Großbritannien oder Russland.

Die Situation scheint paradox. Was aber bedeuten solche Paradoxa in der Medizin, in der Wissenschaft? Darüber reden wir in diesem „CoronaUpdate“. Wir reden über den Wettlauf von Achill und der Schildkröte – und über (scheinbar) paradoxe Ergebnisse klinischer Studien.

Und wir gelangen zu der Erkenntnis, dass präventive Maßnahmen etwa für den Einzelnen nicht von Bedeutung sein können, wir eine ganze Bevölkerungsgruppe aber sehr wohl. Was aber bedeutet das, wenn es zu einem Stigma wird?

Quellen:
1. Buchholz U, Buda S, Prahm K: Abrupter Rückgang der Raten an Atemwegserkrankungen in der deutschen Bevölkerung. Epid Bull 2020;16:7-9. doi: https://doi.org/10.25646/6636.2
2. Geoffrey Rose. Strategy of prevention: lessons from cardiovascular disease. Br Med J (Clin Res Ed) 1981; 282: 1847. doi: https://doi.org/10.1136/bmj.282.6279.1847
3. FDA: https://www.fda.gov/news-events/press-announcements/coronavirus-covid-19-update-fda-issues-emergency-use-authorization-potential-covid-19-treatment
4. NIH: https://www.nih.gov/news-events/news-releases/nih-clinical-trial-shows-remdesivir-accelerates-recovery-advanced-covid-19
5. Wang, Y. et al. Remdesivir in adults with severe COVID-19: a randomised, double-blind, placebo-controlled, multicentre trial. Lancet (2020) doi: https://doi.org/10.1016/s0140-6736(20)31022-9
6. Norrie, J. D. Remdesivir for COVID-19: challenges of underpowered studies. Lancet (2020) doi: https://doi.org/10.1016/s0140-6736(20)31023-0
7. ClinicalTrials zu ACTT: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04280705
8. ClinicalTrials History: https://clinicaltrials.gov/ct2/history/NCT04280705?A=14&B=15&C=merged

COVID-19 und Exzessmortalität: Sterben ist mehr als nur eine Ziffer

Über 200.000 Menschen weltweit sind bereits an oder mit COVID-19 gestorben. Was aber sagt diese absolute Sterbeziffer über die Gefahr der Coronavirus-Pandemie aus? Oft wird sie ins Verhältnis zu den Todesfällen durch andere Erkrankungen gesetzt – etwas bei Influenza. In den saisonalen Grippewellen sterben jedes Jahr weltweit zwischen 200.000 und 600.000 Menschen, so die Schätzungen.

Um sich der möglichen Gefahr durch eine Erkrankung zu nähern, errechnen Wissenschaftler oft die Exzessmortalität, also die Zahl der Sterbefälle in einem bestimmten Zeitraum, die über der erwartbaren Sterblichkeit liegt.

Auch jetzt, angesichts COVID-19 steigt die Exzessmortalität, sterben mehr Menschen, als man üblicherweise erwarten würden. Doch was bedeuten diese Werte? Inwiefern können wir daraus etwas über die Gefährlichkeit von SARS-CoV-2 lernen?

Und was bedeuten all dieses Zahlen angesichts eines jeden Sterbefalls, dem individuellen Leiden und dem Verlust eines Angehörigen? Ein "CoronaUpdate" über das Sterben.

Quellen:
1. www.euromomo.eu